Lesefreudige Einwohnerschaft

„Die Volksbücherei auf dem Rathaus wird wegen starken Andranges von jetzt ab bis auf weiteres am Dienstag und Freitag nachmittag bereits ½ 6 Uhr geöffnet, aber pünktlich um 7 Uhr geschlossen. Auf den neuerschienenen Anhang zum Bücherverzeichnis, der auch bereits Literatur zum jetzigen Weltkrieg enthält, sei nochmals hingewiesen. Die Benutzung der Bücherei ist denkbar einfach und billig […].“

Vgl. Neustädter Kreisbote, 17.10.1912

Advertisements

Belehrende Literatur

„In der Volksbücherei auf dem Rathaus ist jetzt auch das Verzeichnis der belehrenden Literatur fertiggestellt. Es kann, ebenso wie das der Unterhaltungsschriften, nicht nur in den Geschäftsstunden, Dienstag und Freitag nachmitag 6-7 Uhr, sondern jederzeit im Warteraum des Rathauses eingesehen werden.“

Eröffnung der Volksbücherei

„Durch Verschmelzung der geeigneten und noch brauchbaren Bücherbestände der Stadtbibliothek und der Bibliothek des Gewerbe- und Bildungsvereins sowie Anschaffung einer größeren Anzahl neuer Werke ist im Lauf dieses Sommerhalbjahres die Errichtung einer öffentlichen Volksbücherei in die Wege geleitet worden. […] Die Bücherei umfaßt einschließlich der Zeitschriften etwa 1700 Bände, wovon ungefähr 2/3 auf Unterhaltungsschriften und 1/3 Werke belehrenden Inhalts entfallen. Die Bücher sind nach dem Inhalt in 10 Hauptabteilungen geordnet. […] Auf die Hauptpunkte der Leseordnung soll in den Tagen der Eröffnung nochmals besonders hingewiesen werden. Sache des Publikums ist’s dann, die Bücherei fleißig zu benutzen, die Bücher schonend zu behandeln und überhaupt die Leseordnung gewissenhaft und pünktlich innezuhalten.“

buecherei
Haupttitelseite eines Buches mit Stempel der Volksbücherei (Stadtarchiv)

Einzelheiten meldet der Kreisbote am 22. Oktober:
„[…] Die Bücherei ist im 2. Obergeschoß des Rathauses in dem bereits beim Umbau vorgesehenen Raume untergebracht. Für den Verkehr mit dem Publikum ist in die Türöffnung eine einfache und bequeme Schaltervorrichtung eingebaut worden. Auf einem Tisch in dem geräumigen Warteraum werden während der Büchereistunden die Kataloge und die Leseordnung sowie Zeitungspapier zum Einschlagen der geliehenen Bücher ausgelegt. Einstweilen sind zwei wöchentliche Geschäftsstunden festgesetzt […]. Bei der erstmaligen Benutzung der Bücherei muß sich jeder Leser in das Leserverzeichnis eintragen und damit zur gewissenhaften Befolgung der Büchereiordnung verpflichten. Hierauf wird ihm eine Leserkarte ausgestellt, die bis zur Entnahme von etwa 25 Bänden berechtigt und Quittungsmarke über die Bücher-Rückgabe in Einem darstellt. […] Findet die Bücherei den erwarteten Zuspruch – und für das Gegenteil wäre Neustadt wohl das erste Beispiel – dann bleibt nur noch eins zu wünschen: eine sofortige starke Vermehrung der Bücherei! […]“