Pferd abgefüllt

„(Eingesandt) Gestern Abend gegen 12 Uhr bot sich den Besuchern des Hippodroms auf hiesigem Schießhausplatze ein widerlicher Anblick. Der Stallmeister nahm ein etwa zur Hälfte gefülltes stehen gebliebenes Glas Bier und flößte es einem der Pferde ein. Das Publikum war hierüber sehr erregt, umsomehr, als das betreffende Bierglas noch im Schankbetriebe blieb. Der Tierschutzverein bzw. die Polizeiverwaltung wäre hier am Platze, um gegen derartige Tierquälereien und Verstöße gegen den Schankbetrieb energisch einzuschreiten.“

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Pferd zusammengebrochen

„In der Bismarckstraße stürzte heute früh vor der Müller-Albertschen Tuchfabrik das vor den Hotelwagen des „Goldenen Löwen“ gespannte Pferd zusammen. Das Tier war sofort tot, es mußte vom Abdecker abgeholt werden.“

Die Müller-Albertsche Tuchfabrik (Bismarckstraße 8, heutige Ernst-Thälmann-Straße), ist 1928 abgebrannt.

Umstürzender Torpfeiler verletzte Pferd

„Beim Wegfahren der Hrn. Karussellbesitzer Bellmann gehörigen Lokomobile aus dem Garten des Hotel Böttcher wurde ein Torpfeiler umgefahren. Durch den abstürzenden schweren Deckstein wurde leider ein wertvolles Pferd des Hrn. Fabrikanten G. Weiser erheblich verletzt. Dem Tier wurde aus dem Hinterteil ein Stück Fleisch förmlich herausgerissen. Der Heilungsprozeß der tiefen Wunde wird längere Zeit in Anspruch nehmen.“

Abgeschleppt mit 1 PS

„Ein sonderbarer Anblick bot sich gestern abend in der Karl Alexanderstraße [Anm.: heutige Ernst-Thälmann-Straße], nämlich ein von einem Pferde gezogenes Kraftfahrzeug. Vermutlich kam es aus der Richtung Neunhofen und hat jedenfalls unterwegs eigensinnigerweise den Dienst versagt, so daß es auf diese ungewöhnliche Weise weiter befördert werden mußte. Wohin es gehört und wer der Besitzer war, ist uns unbekannt geblieben.“

Unfall beim Einspannen eines Pferdes

„Ein bedauerlicher Unglücksfall ereignete sich gestern nachmittag gegen 5 Uhr in der Mauergasse. Das erst gestern gekaufte Pferd des Baumeisters B., das schon beim Einspannen sehr unruhig war, scheute und ging im Augnblicke durch, als Herr B. in den Wagen gestiegen war. Der Kutscher P., der das Pferd noch am Zügel hielt, rannte bis an die Rintschstiftung mit und kam hier unter die Hufe des Pferdes. Er trug mehrere äußere, besonders aber innere Verletzungen davon, die seine Ueberführung in die Klinik Jena noch am selben Tage notwendig machten. Herr B., der während der rasenden Fahrt im Wagen saß, wurde aus demselben geschleudert und trug eine Verrenkung des Armes davon. Das führerlose Pferd rannte dann mit dem Wagen, denselben vollkommen demolierend, weiter und wurde auf dem Marktplatz aufgehalten.“

[Anm.: Der Kutscher ist einige Tage später verstorben.]