Gerstensaft wird teurer

„Erhöhung des Preises für Lagerbier auf 60 Pfennig das Liter. Aus Fachkreisen wird dem Waltershäuser Kreisblatt geschrieben: Die Brauereien, die der Thüringer Brauerei-Vereinigung angehören, haben beschlossen, die Gastwirte anzuregen, in Zukunft infolge der äußerst kargen Anfuhr von Gerste das Zehntel Liter nicht unter 6 Pfg. zu verkaufen. Es wird auch bereits von einer Brauerei mit Einstellung der Lieferung gedroht, falls der vorgeschriebene Verkaufspreis nicht zur Durchführung gelange. Infolge der Knappheit der Anlieferung sind die Gastwirte daher außer stande, den Anregungen entgegenzuarbeiten und müssen sich daher wohl oder übel ins Unvermeidliche fügen.“

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Lederpreise verdoppelt

„Erhebliche Preiserhöhung für die Leder= und Schuhwaren. Die Lederpreise sind, wie von sachkundiger Seite mitgeteilt wird, in letzter Zeit um 100 Prozent gestiegen. Wir werden also mit einer bedeutenden Erhöhung der Preise für Leder- und Schuhwaren rechnen müssen. Die Ursache hierzu liegt darin, daß seit Ausbruch des Krieges die Zufuhr von Häuten aus dem Auslande aufgehört hat. Da wir nun aus diesem Grunde auf unsere eigenen Schlachtungen angewiesen sind, macht sich jetzt ein Mangel an rohen Häuten fühlbar, da bisher zwei Drittel der rohen Häute vom Auslande bezogen werden mußten. Da die Gerbstoffe noch gesperrt sind, erhalten nur noch jene Lederfabriken Gerbstoffe, die sich verpflichten, nur noch Leder für Militärzwecke herzustellen, weshalb Leder in der nächsten Zeit zur Herstellung von Schuhwaren erschwert zu haben sein wird.“

Häutemangel

„Infolge geringer Schlachtungen und gleichzeitig lebhafter Nachfrage der inländischen, ganz besonders aber auch der ausländischen, und vor allen Dingen der nordamerikanischen Lederindustrie haben die Rohhäutepreise schon seit Mitte vorigen Jahres eine fortschreitende Beteuerung erfahren. Es bildet sich eine förmliche Häutenot heraus. Die Preise liegen ganz enorm bis zu 40 Proz., eine Gegenüberstellung der letzten Jahre zeigt sogar Preiserhöhungen bis zu 70 Proz. Dadurch verteuerte sich naturgemäß die Lederherstellung in gleichen Verhältnis, so daß auch die Preise für fertige Leder hinaufgesetzt werden mußten.“

Schnäppchenfisch

„Wie uns mittgeteilt wird, soll es auf dem Wochenmarkte am letzten Sonnabend billige Fische gegeben haben. Eine Bauersfrau verkaufte lebende kleinere Fische pfundweise. Aus Versehen hatte sie jedoch auf die Waage ein 2-Pfund-Gewicht statt eines Pfundes gestellt. Die Käufer erhielten also das Doppelte der Verkaufsware. Erst nachdem das Geschäft eine geraume Zeit im schönsten Schwunge und ein beträchtlicher Teil der Fische abgesetzt war, entdeckte die Frau ihren Missgriff. Natürlich war es zu spät, die ebenfalls ahnungslosen Käufer und Käuferinnen hatten inzwischen den Markt schon verlassen. Vielleicht waren sie selbst über die erhaltene Menge erstaunt und freuten sich, bei diesen teuren Zeiten einmal etwas billiges bekommen zu haben.“

Neue Preise für Hammel und Rind

„Die zwischen der Teurungskommission und den hiesigen Fleischermeistern gepflogenen Verhandlungen haben nun doch zu einem Erfolge geführt. Letztere erklärten sich bereit, vom 1. November ab Rind- und Hammelfleisch das Pfund mit 90 Pfg., also 10 Pfg. billiger wie seither, zu verkaufen. Weitere Preisminderungen sollen sobald es möglich ist, eintreten. Im Interesse der Einwohnerschaft Neustadts wie auch der hiesigen Fleischermeister selbst ist dieser Entschluß mit Freuden zu begrüßen.“

Streichhölzerpreise steigen

„Die hohen Streichholzpreise werden in den dunklen Wintertagen, an denen sich der Streichholzverbrauch naturgemäß steigert, besonders schmerzlich empfunden. Ein kleiner Trost im Uebel ist es, daß die Preise in manchen Auslandsstaaten noch erheblich höher sind. In Frankreich kostet ein Schächtelchen mit 40 Zündhölzern 8 Pfennige, ungefähr ebensoviel in Italien. Da bei uns ein Paket 25 Pfennige kostet, jede Schachtel aber durchschnittlich 60 Hölzer enthält, so ist der Streichholzpreis in Frankreich und Italien sechzehnmal so hoch wie bei uns.“

Erhöhung der Bindfadenpreise

„Der Verband deutscher Hanfspinnereien und Bindfadenfabrikanten hat den am 25. Juli d. Js. eingeführten Teuerungszuschlag von 10 Pfg. mit sofortiger Wirkung auf 20 Pfg. netto per Kilo für sämtliche Fabrikate erhöht. Für Garbenbindegarne finden besondere Preisfeststellungen statt. Begründet wird diese Preiserhöhung damit, daß die nur einen halben Normalertrag ergebende diesjährige Hanfernte, mangelnde Vorräte und dringender Bedarf der Fabriken zu unerhörter Preisforderung der Produzenten geführt habe.“