Schulbeginn

„In den hiesigen Schulen nahm der Unterricht im neuen Schuljahre heute früh 7 Uhr seinen Anfang. In der Bürgerschule wurden 170 Kinder, 103 Knaben und 67 Mädchen, eingeführt.

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Sparsamer Umgang mit Pausenbrot

„In vielen Schulen ist die angenehme Wahrnehmung zu machen, daß weggeworfenes oder liegengelassenes Brot kaum noch vorkommt. Belehrungen und die Zeit selbst haben hier gute Erfolge erzielt. Auch die übergroßen Frühstücke, die sich öfter auf mehrere Pausen ausdehnten, sind verschwunden. Also überall sparsamer Verbrauch des Brotes und Erziehung zur Einschränkung – eine Sache, die auch erziehlich auf alle Kinder wirkt.“

Schulkinder lesen Ähren

„Der preußische Kultusminister hat verfügt, daß nach dem Beispiel verschiedener Schulklassen, die im Vorjahre durch Aehrenlesen auf den abgeernteten Feldern noch Getreidemengen im Werte von über 900 MK. zusammenbrachten und diese Summe dem Roten Kreuz ablieferten, auch in diesem Jahre von ganzen Schulen oder einzelnen Klassen unter Aufsicht der Lehrer die Arbeit des Aehrenlesens – die Erlaubnis der Besitzer vorausgesetzt – nach beendeter Ernte zugunsten des Roten Kreuzes überall da, wo es angängig ist, vorgenommen werden möge.“

Barfuß zur Schule

„Je mehr die Lederpreise steigen, umso zahlreicher wurden auch in den Orten, wo die Kinder gehörig beschuht zur Schule zu kommen pflegen, die Fälle, daß sie barfuß erschienen. Man hat hier und da Anstoß daran genommen, aus ästhetischen und aus Gründen der Sitte heraus. Unseres Erachtens sehr mit Unrecht, schreibt hierzu die ‚Thüringer Lehrerzeitung‘. Ein unbekleideter Kinderfuß ist, wenn er nur halbwegs sauber ist, gewiß nicht häßlicher als ein schmutziger, ausgetretener oder zerrissener Schuh. Und daß die Füße reinlich gehalten werden, dafür wird der Lehrer schon sorgen. Was aber die Sitte betrifft, so bedeutet eben der Krieg einen Ausnahmezustand […]. Lasse man doch also ruhig und fröhlich die Kinder barfuß zur Schule kommen, so lange der Sommer währt! Rückt erst die kalte Jahreszeit wieder heran, dann werden schon von selbst die Strümpfe und Schuhe wieder hervorgesucht werden und die Eltern werden es uns danken, daß wir es ihnen ermöglicht haben, auch in dieser Hinsicht in der guten Zeit für die schlechte zu sparen.“

Jubiläum der geadelten Bürgerschule

„Heute sind 25 Jahre verflossen, seitdem unsere Großherzogl. Realschule [Anm.: heutige Schillerschule] den Titel Realschule führt. Unterm 5. März erließ das Großh. Staatsministerium folgende Bekanntmachung: ‚Infolge höchster Entschließung S. K. H. des Großherzogs wird der Großherzogl. höheren Bürgerschule zu Neustadt (Orla) die Bezeichnung Großherzogliche Realschule hiermit beigelegt.“

Thüringer Lehrer fordern Gleichstellung

„Anerkennung der Anstellungsprüfung der thüringischen Lehrer in Preußen. Der Thüringer Lehrerbund stellt, wie die Sächsische Schulzeitung meldet, bei den thüringischen Regierungen den Antrag, die Anerkennung der Anstellungsprüfung der thüringischen Lehrer in Preußen und bei den übrigen Bundesstaaten zu erwirken. Die Prüfungszeugnisse der preußischen Lehrer werden von allen Staaten Thüringens als vollgültig angesehen, es handelt sich als um eine Frage der Gerechtigkeit und Gleichstellung.“

Landflucht der Lehrer

„Eine starke Landflucht unter den Lehrern des Großherzogtums und ein erheblicher Andrang nach den Städten des Landes macht sich schon seit Jahren bemerkbar. Um die Lehrer länger auf den Landstellen zu halten und einem häufigen und nachteiligen Wechsel der Lehrer in den Landschulstellen vorzubeugen, will die Großherzogl. Staatsregierung vom neuen Jahre ab denjenigen Lehrern, die mehrere Jahre eine Lehrstelle auf dem Lande innehatten, und möglichst an entbehrungsreichen Orten gewirkt haben, besondere staatliche Ortszulagen gewähren, die gleichzeitig auch ein Ausgleich für die Ortszulagen sein sollen, die Städte und größeren Schulorte ihren Lehrer gewähren. Bisher leistete die Staatsregierung nur ganz vereinzelt den Landlehrern solche Ortszulagen; vom Jahre 1914 ab soll aber der jetzige Betrag von 6000 um 20000 auf 26000 Mark erhöht werden.“